Der Bund der Freien Waldorfschulen wünscht uns eine kraftvolle und kreative Antwort auf die Zukunftsfragen ... Liebe Schüler, Eltern, Lehrer und Freunde der Schulgemeinschaft der freien Waldorfschule Bergisch-Gladbach! Zum Jubiläum des zwanzigjährigen Bestehens der Freien Waldorfschule Bergisch-Gladbach kommen die herzlichsten Glückwünsche vom Bund der Freien Waldorfschulen und insbesondere von den Schulen der Landesarbeitsgemeinschaft Nordrhein-Westfalen. Wir freuen uns besonders darüber, dass die Waldorfschule Bergisch-Gladbach durch ihr Bestehen über 20 Jahre hin gezeigt hat, dass sie in der Lage ist, kompetente pädagogische Arbeit zu leisten, eine auch durch schwierige Zeiten bestehende Schulgemeinschaft zu bilden und immer wieder neue Eltern- und Schülergenerationen von der pädagogischen Qualität überzeugen zu können. Ein solches Schuljubiläum bietet in besonderer Weise die Gelegenheit inne zu halten, den Strom der pragmatischen alltäglichen Entscheidungen zu verlangsamen und auf das zu schauen, was geworden ist sowie auf das, was werden will. Oft schränken uns im Laufe der Zeit Traditionen und Gewohnheiten ein, ohne dass wir es bemerken. Ein solcher Feier-Augenblick bietet die Möglichkeit, sich auf das Wesentliche des pädagogischen Tuns zu besinnen. Das interessante Festprogramm bietet dazu sehr viel Gelegenheit. Sie haben in der Vorbereitung des Festes vor zwei Jahren mit ihrem neuen Saal eine würdige äußere Hülle für dieses Fest geschaffen. Sie haben mit der Entwicklung des Schulprofils im letzten Jahr eigene Maßstäbe für die Auseinandersetzung mit dem Grundgedanken der Waldorfpädagogik gesetzt, den Rudolf Steiner vor genau 88 Jahren formulierte: "Worauf es in der Gegenwart ankommen muss, das ist, die Schule ganz in einem freien Geistesleben zu verankern. Was gelehrt und erzogen werden soll, das soll nur aus der Erkenntnis des werdenden Menschen und seiner individuellen Anlagen entnommen sein. Nicht gefragt soll werden: Was braucht der Mensch zu wissen und zu können für die Sozialordnung die besteht; sondern: was ist im Menschen veranlagt und was kann in ihm entwickelt werden? Dann wird es möglich sein, der sozialen Ordnung immer neue Kräfte aus der heranwachsenden Generation zuzuführen" Dieses Spannungsfeld von Individuum und Gesellschaft ist für die Waldorfpädagogik immer ein zentrales Gestaltungselement. Aus Interesse und Engagement die Welt umgestalten zu wollen, ist in der heutigen Zeit eine Leistung, die weit mehr wiegt für unsere Gesellschaft als jedes standardisiert abfragbare Wissen. Lassen Sie sich von bedrückenden Zeiterscheinungen nicht entmutigen und entwickeln sie weiter die Pädagogik des Zutrauens. Um diesem Ziel treu zu bleiben und für seine Realisierung die notwendige Kraft aufbringen zu können, gehen die besten Gedanken und Wünsche von den Geschwisterschulen aus Nordrhein-Westfalen und dem ganzen Bundesgebiet - nunmehr über 200 Schulen - zu der Schulgemeinschaft Ihrer Schule. Eine kraftvolle und kreative Antwort auf die Zukunftsfragen mögen auch in Zukunft alle Ihre Schule aktiv Mitgestaltenden suchen!