Lange liegt sie unbeachtet im angrenzenden Wäldchen - die Astgabel. Doch
dann wird sie von einem Schüler der Klasse 5 auf der Suche nach
geeignetem "Material" für den Werkunterricht gefunden. Auch andere
hölzerne Fundstücke werden entdeckt, für gut befunden und mitgenommen.
Doch bleiben wir bei unserem Ästchen. Zurück im
Werkraum wird es von unserem Schüler in die Hand genommen, begutachtet,
gedreht und gewendet und mit verschiedenen Werkzeugen bearbeitet: Es
wird eingespannt, fixiert, gesägt, von seiner Rinde befreit,
geschnitzt, in Form gebracht, verfeinert und geglättet. Schließlich
wird es bemalt, veredelt - und voller Stolz präsentiert.
Aus der Astgabel ist ein ansehnlicher Zwerg geworden. Lustig anzusehen
und doch ein ernst zu nehmendes Stück Prozessarbeit. Nicht gebastelt,
sondern aus dem Ganzen herausgeholt. Dabei wurde alles, was nicht nach
Zwerg aussah, weggenommen. Was auf den ersten Blick wie ein ganz
normaler Werkprozess aussieht, ist bei näherer Betrachtung sehr viel
mehr: Schulung der räumlichen Vorstellungskraft, haptischer Umgang mit
einem natürlichen Werkstoff, Konzentration, Fokussierung, Ausdauer,
Erlebnis eines kreativen Gestaltungsprozesses, individueller
Selbstausdruck und und und.
Eigenen Ideen eine unverwechselbare Gestalt zu verleihen, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen, zu begreifen und nach seinen Vorstellungen zu formen - elementare Erfahrungen, an denen unsere "Zwerge" - und letztendlich auch wir "Großen" als Pädagogen und Eltern - wachsen können. Die Geschichte der Astgabel ist hier zu Ende. Freuen wir uns auf viele weitere Geschichten auf dem spannenden Weg ins Erwachsenenleben.
Mehr Bilder vom Weg der Astgabel zum Wichtel finden Sie hier ...
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