Feldmesspraktikum in Klasse 11 Im Schuljahr 2009/2010 Als erwachsener Mensch haben Sie natürlich (meistens) einen Plan: Sie wissen, was Sie aktuell zu tun haben, jetzt und in den darauf folgenden Augenblicken, danach, heute Abend ... Heranwachsende Menschen überlassen sich in der Regel mehr dem, was kommt, sie fühlen sich gut oder aber weniger gut, je nach dem, welche Seite in ihrem Inneren angerührt wird. Beim Feldmessen geht es um einen Plan, den man ganz neu entwirft, von einem Stück Land, das man ganz neu ergreift. "Stückvermessung" nennt sich das und ist geografisch gesehen die genaue Erfassung und detaillierte Darstellung eines kleinen Stückchens der Erdoberfläche. Der so entstandene Plan ist dann die Basis für das, was weiter zu tun ist an dieser Stelle, sei es dass ein Gebäude gebaut oder umgebaut, ein Garten oder Weg angelegt, eine Be- oder Entwässerungsleitung verlegt werden soll oder Ähnliches.
Für unser Feldmesspraktikum in Fort Ommeroth (bei Waldbröl) stand uns ein sehr vielseitiges Grundstück zur Verfügung, etwa 3,4 ha groß, in wunderschöner Hanglage, mit Wald- und Wiesenstücken darauf und mit einem Zaun als deutliche Abgrenzung drumherum, da es aktuell als Pferdekoppel genutzt wird. Wir eroberten uns dieses Gelände schrittweise: Wörtlich gesehen, indem wir die Messpunkte und Eckpunkte unseres Polygons in abgeschrittenen Abständen an markanten Stellen des Geländes festlegten, im übertragenen Sinne, indem wir nacheinander verschiedene Messverfahren und (mehr oder weniger "veraltete") Geräte zum Einsatz brachten: Staffelmessungen, Innenwinkel und Schnittpunktbestimmungen mit den Theodoliten, Kleinvermessungen mit den Winkelprismen, Höhenmessungen mit den Nivelliergeräten.
Sehr deutlich konnte beobachtet werden, wie individuell unterschiedlich dabei bei den Teilnehmern Bewusstsein entstand für das, was zu tun war, wie die Geräte aufzustellen und zu bedienen waren, die Zusammenarbeit zu organisieren, die Daten zu protokollieren und später umzusetzen waren. Auch wenn sicherlich nicht jedes Messergebnis ganz genau war (und einige Daten sogar „geklaut“ waren), lagen dann nach nur fünf Tagen intensiver Arbeit neben den individuellen Tagesberichten und Aufzeichnungen sieben mehr oder weniger gut gelungene große Geländekarten als Gruppenergebnisse vor, die wir am „Tag des offenen Klassenzimmers" der Öffentlichkeit präsentieren konnten.
Refrath, 30. 09. 2009 Kurt Konnow
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