Jugend schreibt und liest natürlich auch Katyn steht nicht mehr nur für ein sowjetisches Kriegsverbrechen, sondern auch für einen polnischen Unglücksfall, die Odenwaldschule erscheint aufgrund von Missbrauchsfällen in einem neuen Licht, Soldaten der Bundeswehr fallen in Afghanistan - über diese und viele andere Themen lesen und diskutieren die Schülerinnen und Schüler der 12. Klasse. Jeden Mittwoch finden sie sich zum Zeitungsfrühstück zusammen, im Gepäck heißen Kaffee und Tee, Käsebrötchen und natürlich die aktuelle Ausgabe der Frankfurter Allgemeine Zeitung. Diese bekommt jeder der 19 Schüler allmorgendlich nach Hause geliefert im Rahmen unserer Teilnahme am Zeitungsprojekt "Jugend schreibt". Und dann wird geblättert (bei dem Format nicht ganz einfach) und gelesen: Deutschland und die Welt, Feuilleton, Unternehmen, Geld und mehr, Gesellschaft, Reise, Sport, Berichte, Kommentare, Reportagen und Interviews. Seit dem 1. Februar sind die 12er bestens informiert über alles, was in Deutschland und der Welt passiert. Gerade das regelmäßige Zeitunglesen versetzt die Schülerinnen und Schüler in die Lage, detailliertes Wissen anzuhäufen und Zusammenhänge zu erkennen. Immer dann, wenn ein Thema in seinen verschiedenen Facetten mehrfach in der Zeitung aufgegriffen wird wie z.B. der Umgang mit gespreicherten persönlichen Daten, eröffnet es den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit einer intensiven Auseinandersetzung und die Chance zur Meinungsbildung. Über die Reproduktion von Tagespolitik geht dieses weit hinaus. Parallel zum Lesen führen die Schülerinnen und Schüler ein Lesetagebuch, in dem sie dokumentieren, was sie wann von wem gelesen haben. Auf diese Weise erkunden sie ihre Lesegewohnheiten und reflektieren die Intensität ihrer Zeitungslektüre. Das Gelesene festigt sich überdies und macht unsere 12er zu gut präperierten Diskussionsteilnehmern.
Fragt man sie, was sie in den vergangenen Wochen ihrer Projektarbeit gelernt haben, so kommen die Schülerinnen und Schüler zu vielversprechend klingenden Selbstauskünften: richtig gut informiert sei man jetzt, neben der reinen Information nehme man viel mehr wahr, nämlich die persönlichen Meinungen von Journalisten, mit denen man sich dann kritisch auseinandersetzen müsse. Überhaupt sei ja die Zeitung gar nicht objektiv, was verwundert, aber bei genauerer Betrachtung doch richtig sei, denn erst dann gebe es einen Austausch und Reibung sowie Diskussionen. Allein die Sprache stelle einen schon vor Herausforderungen, denn der Schreibstil in der FAZ verlange Aufmerksamkeit. Und dass ein gutes Vorbild gute Nachahmer findet, zeigt sich, wenn ein Schüler erklärt, dass er jetzt wieder mehr den Genetiv benutzt. Wessen wegen? Wegen des Zeitungslesens!!! Da das Projket jedoch "Jugend schreibt" heißt, kommt das Beste erst noch: unsere 12er betätigen sich selbst als Journalisten und sind im Auftrag der FAZ-Redaktion unterwegs im Land, um über interessante Menschen oder deren Tätigkeiten zu berichten. Reportagen und Porträts schreiben heißt die Devise - und wenn`s gut läuft, weden wir demnächst davon lesen. Wo? Selbstverständlich in der FAZ!!! Natascha Bleckmann
Berichte aus Klasse 12 Klassenspiel der Klasse 12 am 4. und 5. Mai 2012, 19:30 Uhr[mehr...]