Die meisten der Höfe, die unsere Schüler besuchen, haben die Demeter Anerkennung. Oft handelt es sich um Betriebsgemeinschaften mit vielen Betriebsangehörigen. Die Erfahrungen, die die Schüler mit den Höfen und die Höfe mit unseren Schülern machen, sind zu über 90% positiv. Häufig entsteht ein Kontakt, der länger anhält als die Praktikumszeit. Oft fahren die Schüler in den Ferien wieder in "ihren Betrieb" um zu helfen und mitzuleben. Die Schüler lernen die harte Arbeit in der Landwirtschaft kennen, aber auch die positiven Seiten von Gemeinschaften, die an einer Sache für ein Ziel arbeiten.
Die Praktikanten lernen einen Betriebsorganismus kennen, der vielseitig, ökologisch und kreislauforientiert ist, bei dem die Kühe nicht in Brasilien weiden und hier gemolken werden, sondern betriebseigenes Futter bekommen, was automatisch die Massentierhaltung verhindert. Ein Betriebsorganismus, an dem der BSE Skandal ebenso vorbeizieht wie Pestizidgehalte in der Milch. Und die Schüler lernen, daß biologische, gerade auch biologisch dynamische Landwirtschaft Naturschutz bedeutet: sie legen Teiche und Hecken und pflanzen Bäume.
Es gibt zwischendurch aber auch mal den einen oder anderen konventionellen Betrieb, den Schüler sich ausgesucht haben. Auch hier ist es durchaus üblich, daß die Schüler mit vielen positiven Eindrücken aus dem Praktikum wiederkommen und auch sie haben ein Stück Landwirtschaft kennen gelernt. Eben anders. Hier kann der Austausch unter den Schülern wieder sehr fruchtbar sein.
Seit einigen Jahren hat unsere Schule auch Kontakt zum Obstpark am Schloß Türnich. Im Obstpark arbeiten auch immer mehr Praktikanten mit -auch einzelne aus unserer Klasse 9. Bekannt ist das Schloß Türnich durch seine Führungen und Seminare, die das Umweltzentrum für ökologische Strukturforschung Schloß Türnich durchführt. Einige dieser Seminare hielt Marko Porgacnik ab. Er führte um das Schloß, in den Obstanlagen und im Park Erdhei- lungsprojekte mit gezielten Steinsetzungen durch. Das ganze Gelände um das Schloß war durch den Wasserentzug des Braunkohletagebaus geschädigt. Wie riesige, steinerne Akkupunkturnadeln stehen heute überall die Steine auf dem Gelände. Die richtigen Punkte wurden geomantisch ermittelt. Die Steine sind wunderbar bearbeitet und zeigen Kinesiogramme und Kosmogramme, die uns an das Formenzeichnen erinnern. Doch zurück zu unserem Obstpark. Auch hier wird biologisch-dynamisch gearbeitet und das Obst - man höre und staune - ist auch für viele Obstallergiker verträglich. Man fragt sich, wogegen hier wohl einige Menschen allergisch sind. Gegen das Obst wohl nicht.